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Rundreisen
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Die Insel war seit Menschengedenken den verschiedensten Einflüssen
aus Ost und West und insbesondere aus dem Norden unterworfen. Als Ergebnis finden wir hier
auf engstem Raume ein Gemisch von Sprachen, Kulturen und Religionen vermengt. Lange bevor
Stämme arischen Ursprungs (Singhalesen) aus Nordindien und später drawidische Eroberer
(Tamilen) aus Südindien das Land bevölkerten, sind Siedler aus dem
malaiisch/indonesischen Raum auf der Insel gelandet. Die paar
Tausend Veddhas, die heute noch in den abgelegensten Dschungelgebieten leben, sind direkte
Abkömmlinge dieser ersten Einwanderer und werden als Urbevölkerung Sri Lankas anerkannt.
Was haben die Engländer gebracht, und was ist nach ihrem Abzug geblieben? - Den Kaffeeanbau, der heute kaum noch ein Viertel des Eigenbedarfs deckt. Den Teeanbau und das Teetrinken. Das Tamilenproblem durch ihre Politik des "divide and reign", indem sie die tamilische Minderheit stark förderten. Vor Erlangen der Unabhängigkeit im Jahre 1948 war die grosse Mehrheit der Kolonialbeamten und Universitätsabsolventen Tamilen, die weniger als 12 % der Gesamtbevölkerung ausmachten. Nach der Unabhängigkeit wurden dann diese Privilegien von der dominierenden Mehrheit der Singhalesen abgebaut und korrigiert, was von der tamilischen Bevölkerung als Unterdrückung mit all seinen politischen Folgen empfunden wurde. Dann basiert das gesamte Rechtssystem auf dem englischen Gewohnheitsrecht. Im Strassenverkehr wird links gefahren , was aber nicht unbedingt immer zu erkennen ist, da sich kaum jemand an die Verkehrsregeln hält. Obwohl seit Jahren das Englische als Pflichtfach in den Schulen abgeschafft wurde, sprechen die besseren Familien, und dazu zählt sich praktisch der gesamte Mittelstand, untereinander englisch. Singhalesisch oder tamilisch wird höchstens mit den Hausangestellten und anderen Mitbürgern gesprochen, die kein Englisch verstehen. Es gibt sogar Einheimische, die nach der Unabhängigkeit geboren sind und ausser dem Englischen keine andere Sprache beherrschen. In unzähligen "Member Clubs" wird Gin mit Tonic, Whisky mit Soda, aber auch warmes, schaumloses Bier getrunken. Alle Clubs schreiben ihren Mitgliedern und deren Gästen vor, wie sie sich bei einem Clubbesuch zu benehmen und zu kleiden haben. In kurzen Hosen, offenen Schuhen, kragen- oder ärmellosen T-Shirts wird man nicht bedient und des Clubs verwiesen. Der populärste Sport hier ist Kricket; ein Spiel, das tagelang dauern kann und für den Aussenstehenden sehr langweilig wirkt. Auch ihre kulinarischen Traditionen haben die Engländer mitgebracht, doch je länger desto mehr bevorzugen die Einheimischen die kontinentaleuropäischen Küchen, wenn nicht lokale oder asiatische Gerichte gegessen werden. Auch wird hier nach wir vor viel von der "Queen" gesprochen, und schweren Herzens haben viele Leute darauf verzichtet, sie unsere "Queen" zu nennen, gemeint ist natürlich die Köni- gin von England. Das Royal College ist die Mittelschule der Elite des Landes, und auch der Royal Colombo Golf Club hat seinen Namen nach Erlangen der Unabhängigkeit nicht geändert. Beide In- stitutionen sind stolz auf ihr "Royal", das ihnen vor mehr als hundert Jahren durch königliches De- kret verliehen wurde. Vor rund zwanzig Jahren war das friedliche und verschlafene Ceylon noch typisch englisch, aber auch heute noch im Zeitalter des Massentourismus und der Computer hat diese Aussage ihre Wahrheit bewahrt.
Die Insel Sri Lanka, die "Perle der Tropen", hat eine Fläche von rund 66000 km2. Sie liegt knapp nördlich von Äquator an der Südspitze des indischen Subkontinents von dem sie durch die Palk- Strasse, einer sehr flachen Wasserstrasse, an der engsten Stelle nur 40 km getrennt ist. Die Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt 435 km und von Westen nach Osten an der breitesten Stelle 225 km. Da Sri Lanka nur sechs bis zehn Grad nördlich vom Äquator liegt, ist die Durchschnittstemperatur recht hoch: In der Ebene im Jahresmittel zwischen 27 bis 29 Grad. Weil die Insel nicht sehr breit ist, können die Meereswinde überall mildern eingreifen. Das zentrale Bergland hat natürlich niedrigere Temperaturen. Das Thermometer fällt alle 100 m um ca. ein halbes Grad Celsius. Der rund auf 2000 m gelegene Luftkurort Nuwara Eliya hat in den Dezember- und Januarnächten Frost, hier liegt das Jahresmittel unter 20 Grad. Die relative Luftfeuchtigkeit schwankt im allgemeinen zwischen 70% während des Tages und 90% während der Nacht. Die Monsunwinde verursachen die meisten Regenfälle auf Sri Lanka, und wir unterscheiden vier Regenperioden - Südwestmonsunregen von Mai bis September - Zwischenmonsunregen im Oktober und November - Nordostmonsunregen von Dezember bis Februar - Zwischenmonsunregen im März und April Die ideale Reisezeit mit Badeferien an der West- und Südküste ist von November bis April. Die ideale Reisezeit mit Badeferien an der Ostküste (z. Zeit nicht möglich) ist von März bis September. Aktuelles Satellitenbild von Sri Lanka Sri Lanka hat eine Bevölkerung von rd. 17 Millionen mit einer jährlichen Wachstumsrate von 1,3% und einer Bevölkerungsdichte von 275 Personen per km2. Die Lebenserwartung beträgt für Männer 67 Jahre und für Frauen 72 Jahre. Die Bevölkerung setzt sich aus folgenden ethnischen Gruppen zusammen: Singhalesen 74%, Tamilen 18%, Mauren 7% und andere 1%. Nach religiösen Gesichtspunkten gliedert sich die Bevölkerung in 69% Buddhisten (Singhalesen), 15% Hindus (Tamilen), 8% Moslems (Mauren), 7% Christen und 1% andere. Die beiden lokalen Sprachen sind Singhalesisch und Tamilisch, doch mit dem Englischen kommt man überall auf Sri Lanka durch. Auch in den entlegensten Gebieten der Insel kann man sich gut auf englisch verständigen. Bei Erlangen der Unabhängigkeit (im Jahre 1948) war Ceylon fast ausschliesslich ein Agrarland. Im letzten Jahrzehnt kam es zu einem namhaften Aufschwung im Industrie- und Dienstleistungsbereich. Die wichtigsten Deviseneinnahmen kommen heute von der Ausfuhr der Textilindustrie, gefolgt von Agrarexporten (Tee, Kopra, Kautschuk), den Einnahmen aus dem Tourismus und den Exporten von Schmuck und Edelsteinen. Früher war wie in England der Premierminister der Regierungschef. Mit der Verfassungsreform im Jahre 1978 wurde ein Präsidialsystem eingeführt in Anlehnung an das Regierungssystem im heutigen Frankreich. Das Land ist in Provinzen aufgeteilt, die bis anhin zentral verwaltet wurden. Gegenwärtig sind Bestrebungen im Gange, den Zentralismus durch ein föderatives System zu ersetzen, wodurch die diversen Provinzen in vielen Belangen autonom werden. Der Staatspräsident wird alle 7 Jahre durch die Stimmbürger gewählt; stimm- und wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahren. Der offizielle Name des Landes ist: Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka. Hauptstadt, Sitz der Regierung und des Parlamentes ist nicht mehr Colombo sondern Sri Jayawardenapura, das frühere Kotte, das an Colombo angrenzt. Die Landeswährung ist die Sri Lanka Rupie (SL Rs.). Eine Rupie hat
einhundert Cents. Im Umlauf sind Münzen von 5, 10, 25 und 50 Cents sowie von 1, 2 und 5
Rupien und Banknoten von 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Rupien. 100 Rupien = ca. US $ 1.65. Es gibt wohl kein anderes Land, das jährlich so viele offizielle Feiertage hat wie Sri Lanka. Neben allen Sonntagen, den wichtigsten christlichen, mohammedanischen und hinduistischen Festen werden alle buddhistischen und nationalen Feste gefeiert. Jeder Vollmondtag ist hier ein buddhistischer Feiertag an dem alle Unterhaltungs- und Vergnügungsstätte geschlossen bleiben und öffentlicher Alkoholausschank und Verkauf verboten ist. Einschliesslich der Sonntage gibt es pro Jahr rund 72 Feiertage. Die lokale Essensgewohnheiten werden von Curry-Gerichte dominiert, die, mild zubereitet, nebst internationaler Küche regelmässig auch den ausländischen Gästen in den Hotels serviert werden. In Colombo gibt es eine Vielzahl von Spezialitätenrestaurants, wo chinesische, japanische, koreanische, indische, thailändische, italienische, französische, deutsche und schweizerische Gerichte gekostet werden können. Manches dieser Spezialitätenrestaurant befindet sich in einem der sechs Erstklasshotels der Stadt. Die Essen- und Getränkekosten in den lokalen Restaurants sind sehr günstig. In den Mittel- und Erstklasshotels hingegen kostet dies wesentlich mehr. Bei importierten (alkoholischen) Getränken ist teils mit Preisen wie in Mitteleuropa zu rechnen. |
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